Sanitärinstallateur beauftragen: Wann ist er Pflicht?
Tropfender Wasserhahn oder verstopfter Abfluss? Manches können Sie selbst reparieren, anderes erfordert einen Fachmann. Hier erfahren Sie, welche Sanitärarbeiten Sie selbst machen dürfen und wann ein Profi Pflicht ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Erlaubt: Kleine Reparaturen (Dichtungen, Duschkopf, Siphon)
- Fachmann nötig: Alles an fest verlegten Leitungen
- Risiko: Wasserschäden, Hygiene, Versicherungsverlust
- Tipp: Im Zweifelsfall lieber den Profi fragen
Was darf ich selbst machen?
Erlaubt für Laien
- •Wasserhahn-Dichtung ersetzen
- •Duschkopf austauschen (Schraubverbindung)
- •WC-Sitz wechseln
- •Siphon reinigen oder ersetzen
- •Perlatoren (Strahlregler) austauschen
- •Wasser abstellen bei Notfall
- •Einfache Verstopfungen mit Pömpel lösen
Nur für Fachleute
- •Neue Wasserleitungen verlegen
- •Anschluss an die Hauptwasserleitung
- •Abwasserleitungen installieren oder ändern
- •Boiler oder Durchlauferhitzer anschliessen
- •WC oder Waschbecken installieren (Neuinstallation)
- •Armaturen mit Festanschluss montieren
- •Arbeiten an der Heizungsanlage
- •Regenwassernutzungsanlagen installieren
- •Enthärtungsanlagen einbauen
Risiken bei Eigenarbeit
Wasserschäden
Undichte Leitungen können massive Wasserschäden verursachen (Haftung!)
Versicherung
Bei Pfusch zahlt die Gebäudeversicherung nicht
Trinkwasser
Verunreinigtes Trinkwasser gefährdet die Gesundheit
Mieter
Als Mieter: Schadenersatzpflicht gegenüber Vermieter
Rechtliche Grundlagen
Anders als bei Elektroarbeiten gibt es in der Schweiz keine gesetzliche "Konzessionspflicht" für Sanitärarbeiten. Trotzdem gelten wichtige Vorschriften:
- Trinkwasserverordnung (TBDV): Regelt die Hygieneanforderungen
- SVGW-Richtlinien: Technische Normen für Installationen
- Kantonale Bauvorschriften: Je nach Kanton unterschiedlich
- Gemeindliche Wasserreglement: Lokale Anschlussvorschriften
Warum trotzdem zum Fachmann?
Auch ohne strenge Konzessionspflicht gibt es gute Gründe für den Sanitärprofi:
Trinkwasserhygiene
Falsch installierte Leitungen können zu Legionellen oder anderen Verunreinigungen führen. Der Fachmann kennt die Materialanforderungen und Installationsvorschriften.
Wasserschäden
Ein kleines Leck kann massive Schäden verursachen. Bei unsachgemässer Installation zahlt die Versicherung nicht. Die Reparaturkosten können schnell fünfstellig werden.
Gewährleistung
Bei professioneller Installation haben Sie Gewährleistungsansprüche. Bei DIY tragen Sie alle Risiken selbst.
Spezialfall: Mietwohnung
Als Mieter sollten Sie besonders vorsichtig sein:
- Für Reparaturen ist grundsätzlich der Vermieter zuständig
- Kleine Arbeiten (Dichtungen) dürfen Sie selbst machen
- Bei Schäden durch Eigenarbeit haften Sie vollumfänglich
- Dokumentieren Sie den Zustand vor der Arbeit (Fotos)
Kosten für Sanitärarbeiten
Die Stundensätze für Sanitärinstallateure in der Schweiz liegen bei:
- Normaltarif: CHF 90-150 pro Stunde
- Notfall/Wochenende: CHF 150-250 pro Stunde
- Anfahrtspauschale: CHF 50-100
Oft lohnt sich der Profi auch finanziell: Er arbeitet schneller, macht keine Fehler und Sie sparen sich teure Folgeschäden.
5 Tipps für Sanitärarbeiten
1. Haupthahn kennen
Wissen Sie, wo der Hauptwasserhahn ist? Im Notfall müssen Sie das Wasser schnell abstellen können.
2. Richtiges Werkzeug
Für einfache Arbeiten: Rohrzange, Siphonschlüssel, Teflonband, Dichtungen in verschiedenen Grössen.
3. Wasser abstellen
Vor jeder Arbeit: Wasser am Eckventil oder Haupthahn abstellen und restliches Wasser ablaufen lassen.
4. Fotos machen
Vor dem Zerlegen fotografieren - so wissen Sie später, wie alles wieder zusammengehört.
5. Im Zweifel: Profi rufen
Besser einmal zu viel den Fachmann fragen als einen teuren Wasserschaden riskieren.
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